Pause von den Wellen der Informationsflut

Die Zeit der Pandemie hat uns in den vergangenen beiden Jahren ziemlich viel abverlangt und immer wieder wellenförmig erfasst – von der sich ankündigenden, der im Höhepunkt erreichten, der gebrochenen und der darauffolgenden Welle. Die Wellen sind mit Verlusten und auf vielen unterschiedlichen Ebenen mit großen Herausforderungen verbunden. Um sie zu durchstehen und ihnen etwas entgegen zu setzen braucht es den Mut sie an zu nehmen und die Zuversicht sie zu überwinden. Im besten Fall möge daraus für Alle und alle nachfolgenden Generationen etwas Besseres entstehen.

Und mitten in den Pandemie-Wellen bricht sich die nächste Welle Bahn. Nachrichten von einem Krieg in Europa, von Geschehnissen, von denen wir glaubten, sie schon lange überwunden zu haben. „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg“, so lautete der 2017 in einem Buch veröffentlichte Appell von Michail Gorbatschow. Die auf seinen Einsatz hin überwunden geglaubte Bedrohung des atomaren Wettrüstens und einen damit möglichen verbundenen Atomkrieg in Europa ist heute möglicherweise aktueller denn je. Eine weitere Welle, die Unsicherheit schürt, viele Fragen aufwirft, keine Antworten gibt und uns ratlos zurücklässt.

Aus jeder heftigen Welle, die uns mitreißt, tauchen wir erst mal orientierungslos auf und werfen uns zuweilen ängstlich und erschöpft in den Sand. Erst mal Pause, um von den Wellen der Informationsflut nicht fortgetragen zu werden. Wenn die schlechten Nachrichten nicht abreißen, gilt es bewusste Informationspausen einzulegen und sich für das Gewahr werden des gegenwärtigen Moments zu entscheiden. Einfach präsent und achtsam mit uns selbst zu sein. Eine wichtige Ressource, um der Nachrichtenflut, die immer wieder über uns hereinbricht nicht hilflos ausgeliefert zu sein.

 

„Übermäßiger Medienkonsum in Krisen überfordert das Gehirn,
sodass wir als Folge schlechter informiert sind,
als wenn wir weniger Nachrichten konsumieren. Es gilt zu fragen:
Was ist mir wichtig? Wo möchte ich in meinem Leben hin?
Und dann zum Beispiel eine Liste zu schreiben.
Das kreiert einen neuen Zustand.
Die Gegenspielerin der Hilflosigkeit ist die Selbstwirksamkeit.“

Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Autorin:
„Raus aus der ewigen Dauerkrise“

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